Content-/Triggerwarnung: Begriff „Sklave“

Was ist bedeutet TPE – Total Power Exchange?

TPE steht für „Total Power Exchange“, also kompletten Machtaustausch. Ein Machtgefälle, bei dem eine Seite die vollständige Kontrolle über die Andere hat. Also, die dominante Person über die submissive Person 24/7, jeden Tag und immer bestimmt. Dabei basiert  BDSM immer auf der gegenseitiger Einvernehmlichkeit und dem Konsens zwischen allen Parteien. Das unterscheidet BDSM von einer Gewalttat oder Übergriffigkeit, denn es bedeutet, dass alle mit den Handlungen einverstanden sind.

TPE ist eine Beziehungsform, die mit einem engen Zusammensein einhergeht. Hierbei gibt es innerhalb der Menschen die TPE betreiben nochmal viele Abstufungen der Bestimmung. Im Grundsatz ist TPE ein Ziel, auf das sich beide Parteien konzentrieren: Die Bottom-Person ist sich immer und stetig bewusst in welcher Rolle und welchen Stand sie sich befindet. Die Top-Person trifft die Entscheidungen für die unten spielende Person und übernimmt dabei die Verantwortung mit dem Gedanken an das Wohlergehen des Bottoms.

Auch wenn sich einige auf Sklavenverträge, die Regeln von Gor oder aus der Geschichte der O beziehen, existiert kein fester Code oder Regelwerk für TPE, sondern findet ganz individuell innerhalb einer Beziehung statt. 

Total Power Exchange heißt übrigens nicht, dass man sich zu extremen Praktiken wie Cutting oder andere Edgeplay-Arten verpflichtet. Man gibt auch nicht zwingend seine Selbständigkeit und Autonomie auf und kündigt alle Bankkonten und Verträge. Welches Ausmaß die Fremdbestimmung hat, entscheiden die Beteiligten der Beziehung selbst.

TPE und Einvernehmlichkeit

Wenn jemand die vollständige Kontrolle über eine Person ausübt, stellt sich die Frage nach der Einvernehmlichkeit. Hier kollidiert das Konzept mit den Normen und Werten, die unsere Gesellschaft prägen.

Bevor man sich auf eine TPE-Beziehung als Sub oder Serf einlässt, sollte eine etablierte und vertraute Beziehung bestehen. Diese Verbindung muss stabil und sicher sein, wobei alle Regeln, Limits und Grenzen bekannt und erprobt sein sollten. Es ist wichtig, sich nicht ohne vorherige Klärung in eine Beziehung mit TPE-Regeln zu stürzen. Stattdessen sollte man dieses Prinzip gedanklich auf verschiedene Lebensbereiche anwenden. Ein Beispiel: Wenn der oder die Dom im Restaurant ein Gericht auswählt, kann das eine nette Geste sein. Wenn jedoch jedes Nahrungsmittel und der Zeitpunkt des Essens festgelegt werden, wird es komplizierter. Denn hier wird in den Alltag und das körperliche Wohl der Person eingegriffen.

Das Ausmaß der Kontrolle ist hier die entscheidende Frage. Eine dauerhafte Orgasmuskontrolle ist im BDSM-Kontext durchaus denkbar, ebenso wie das Tragen von Symbolen oder permanenten Markierungen. Die Grenze des Totalen bleibt jedoch in jeder Partnerschaft individuell. Auch wenn diese Beziehungsform intensiv und weitreichend ist, bleibt sie fair, eigenständig und aufmerksam. Sie verlangt eine enorme Verantwortung von beiden Partner:innen – sowohl von der submissiven als auch von der dominanten Person. Daher ist es besonders wichtig, dass beide Parteien ihre Vorstellungen offen und ehrlich kommunizieren.

In einer TPE-Beziehung kann es ein Safeword geben. Dies ist jedoch ein umstrittener Punkt, da die dominante Person die submissive theoretisch so gut kennen sollte, dass ein Safeword nicht erforderlich ist. Dennoch sind Safewords ohne Zweifel eine der effektivsten Sicherheitsvorkehrungen, um klare Kommunikation und das Wohlergehen aller Beteiligten zu gewährleisten.

Es ist zudem wichtig, die rechtliche Situation zu beachten: Vor dem Gesetz gilt ein „Nein“ immer als „Nein“, und auch ein Konsensgespräch oder eine schriftliche Vereinbarung ändern daran nichts. Daher ist es im Interesse aller Beteiligten, die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu treffen.

Eigenes Consent-Prinzip

Bekannte BDSM-Prinzipien wie SSC und RACK sind weit verbreitet. Viele Anhänger:innen von TPE bevorzugen jedoch das Prinzip CCC – Committed, Compassionate and Consensual, was für verbunden, einfühlsam und einvernehmlich steht. Dieses Konzept ist heute weniger verbreitet, da viele die Verbindung oder Beziehung nicht automatisch mit Consent gleichsetzen. Dennoch halten sich viele „ältere“ BDSM-ler:innen nach wie vor an dieses Prinzip.

Wie kann ich mir eine TPE-Beziehung vorstellen?

Grundsätzlich ist eine TPE-Beziehung zwischen allen Rollen möglich, zum Beispiel zwischen Daddy/Mommy/Caregiver und Littles oder Owner und Pet. Am häufigsten treten sie jedoch zwischen Master/Mistress und Serf auf, da sich Menschen in diesen Rollen zu einem starken Machtgefälle hingezogen fühlen. Sie schätzen Disziplin und Struktur.

Typische Merkmale einer TPE-Beziehung sind:

  • Orgasmuskontrolle, Kontrolle über sexuelle Partner:innen
  • Festlegung von Alltagsregeln, Protokollen und Ansprachen
  • Kontrolle über sämtliche oder spezifische Ausgaben
  • Festlegung einer Kleiderordnung für den Alltag und/oder Treffen
  • Aufgabenverteilung im Alltag

TPE-Beziehungen sind häufig von Herausforderungen im Alltag geprägt, da die Kontrolle nicht nur im intimen Bereich, sondern auch im täglichen Leben ausgeübt wird. Diese Kontrolle geht oft über den Alltag hinaus und beeinflusst die Selbstwahrnehmung der beteiligten Personen. Gleichzeitig gibt es Herausforderungen, bei denen Dom Sub über seine oder ihre eigene Vorstellungen hinausführt. Dabei übernimmt Dom die Verantwortung für alle wichtigen Entscheidungen, sodass Sub mit einer gewissen Machtlosigkeit konfrontiert wird.

Worauf sollte man in einer TPE-Beziehung achten?

Aftercare

TPE ist ein Beziehungskonzept, das nie wirklich endet. Dennoch ist Aftercare wichtig – sei es in Form eines gemeinsamen Rituals zum Abschluss einer Session oder durch Kuscheln, Snacks und Zärtlichkeiten. Die dominante Person kann in diesem Moment auch für Ruhe und Komfort sorgen. TPE schließt intensive Sessions und Alltagsspiele ein, aber ohne eine Nachsorge wäre es unvollständig.

Eigenverantwortung und Verantwortungsbewusstsein

In einer TPE-Beziehung geht es um die Abgabe von Kontrolle in allen Lebensbereichen. Das ist für die meisten Menschen jedoch unrealistisch. Die vollständige Übernahme aller Entscheidungen würde eine kontinuierliche Kommunikation und Präsenz erfordern. Oft geht es dabei darum, Entscheidungen im Sinne der dominanten Person zu treffen oder bestimmte Dinge intensiv zu besprechen und dann die finale Entscheidung abzutreten.

In manchen TPE-Beziehungen trifft die dominante Person sogar Entscheidungen über die berufliche Laufbahn der submissiven Person oder bestimmt über äußere Veränderungen wie Operationen, Piercings oder Tattoos. Auch der Wohnort oder der Lebensstatus können beeinflusst werden. Diese Entscheidungen werden jedoch erst nach einer langen Beziehung und tiefem Vertrauen getroffen.

Als Sub hat man in einer TPE-Beziehung auch eine Verantwortung gegenüber der dominanten Person. Wenn Dom die Entscheidungsgewalt innehat, ist diese Verantwortung nicht leicht zu tragen. Deshalb ist es entscheidend, klar zu kommunizieren, Wünsche und Bedürfnisse auszudrücken und die eigene Meinung im Rahmen der hierarchischen Struktur zu äußern.

Eigenverantwortung ist also auch für die oben spielende Person von Bedeutung. Auch er oder sie braucht Aftercare, insbesondere bei der täglichen und dauerhaften Übernahme von Verantwortung. TPE erfordert es manchmal, Entscheidungen zu treffen, die Unmut hervorrufen oder unangenehm sind. In solchen Momenten sollte Sub unterstützend und positiv reagieren.

Alle Umstände, Konsequenzen und potenziellen Auswirkungen müssen sich die Beteiligten, vor allem aber die dominante Person, bewusst machen und umsichtig damit umgehen. Es ist notwendig, die eigenen Grenzen sowie die des Gegenübers umfassend zu verstehen, um Risiken so gut wie möglich zu minimieren. Denn als Dom:me befindet man sich bei diesen Spielarten oft in einer Täterrolle. Es ist daher besonders wichtig, die Verantwortung für das Wohlergehen des Sub zu übernehmen und sicherzustellen, dass alle Handlungen im Einklang mit den vereinbarten Regeln und dem gegenseitigen Vertrauen stehen.


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